Joeresthema 2011-2012
FACE 2 FACE
Zwei Gesichter, skizziert, einander gegenübergestellt auf gleicher Augenhöhe: so präsentiert sich das Logo unseres Themas für das Schuljahr 2011-2012. Bei diesem Thema, FACE2FACE, übersetzt: VON ANGESICHT ZU ANGESICHT , geht es um Kommunikation und Begegnung.
Wir möchten hier das Thema unter zwei Gesichtspunkten betrachten: a) die Kommunikation zwischen Menschen b) die Kommunikation mit Gott.
a) Die Kommunikation zwischen Menschen
Eine rezente Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie hält fest, dass in Deutschland Jugendliche moderne Kommunikationsformen dem direkten Gespräch vorziehen. Zwei Drittel der Bundesbürger unter zwanzig Jahren kommunizieren per Chat. Auβerdem ziehen rund fünfzig Prozent der Jugendlichen ein Telefonat oder eine SMS dem persönlichen Gespräch vor. Obwohl die modernen Kommunikationsmittel, darunter das beliebte Facebook, unser Zeitalter zum sogenannten Kommunikationszeitalter haben werden lassen, wird immer mehr die Qualität dieser Kommunikationsformen auch kritisch hinterfragt: entfernen uns moderne Kommunikationsmittel vielleicht mehr voneinander als dass sie uns zusammenbringen? Wird nicht vielleicht eher viel geplaudert und wenig kommuniziert? Was bedeutet es, wenn auf dem Facebook vermeldet steht: du hast 100, 200, ja 1500 Freunde? Welche Gefahren laufen unachtsame und unvoreingenommene Facebookbenutzer? Wer schaut und liest noch mit, wenn ich allzu Privates ins Netz setze? Auβerdem ist die Kommunikation über die neuen technischen Wege im Vergleich mit der Kommunikation Face 2 Face in vieler Hinsicht inkomplett. Wenn Menschen direkt miteinander sprechen, so geschieht Kommunikation nicht nur mit Worten. Kommunikationsspezialisten behaupten, Worte machten weniger als zwanzig Prozent der Kommunikation aus. Erst durch Stimme, Gesichtsausdruck und die gesamte Körpersprache wird deutlich, wie das Gesagte gemeint ist. Menschliche Nähe, Kommunikation von Angesicht zu Angesicht können niemals einfachhin ersetzt werden durch technische Hilfsmittel. Allerdings ist Facebook auch ein technisches Wunder mit politischer Sprengkraft: so sind die rezenten Volksbewegungen gegen die Diktaturen u.a.in Tunesien und Ägypten per Facebook gestartet worden.
b) Die Kommunikation mit Gott
Mit Gott kommunizieren Face 2 Face, von Angesicht zu Angesicht, ist ein bildhafter Ausdruck. Gott hat kein Gesicht wie ein Mensch ein Gesicht hat. Wenn die Bibel vom Antlitz oder vom Angesicht Gottes redet, so will sie damit auch sagen, dass Gott kein unnahbares jenseitiges Wesen ist, abgekoppelt von allem irdischen Geschehen. Gott ist wie eine liebende Mutter, wie ein gütiger Vater, der seine Kinder kennt und liebt. Für Christen ist Jesus Christus das Ebenbild Gottes. In Jesus Christus wurde der unsichtbare Gott selbst sichtbar. Des Weiteren ist für die Bibel jeder Mensch nach Gottes Bild geschaffen. Es gibt eine Wesensverwandtschaft zwischen Mensch und Gott. Wer den Menschen sieht, findet in ihm einen Hinweis auf Gott. Dies gibt dem Menschen eine einzigartige Gröβe und Würde, die gerade im entstellten Antlitz des Armen, des Benachteiligten und Unterdrückten aufleuchtet. „Was ihr dem Geringsten unter den Menschen tut, das habt ihr mir getan“, spricht Jesus. Dem Menschen ist von Gott her auch der Auftrag gegeben, Verantwortung zu übernehmen für die ganze Schöpfung. Er soll einen behutsamen, sorgsamen Umgang mit ihr haben, als Mitschöpfer Gottes.
Face 2 Face wird unser Leitmotiv durch dieses Schuljahr sein. Wir werden die Gelegenheit nutzen, uns in Achtsamkeit und Geschwisterlichkeit zu üben, weitherziger und groβzügiger zu werden in unseren Beziehungen untereinander, vertrauend darauf, dass wir unter dem liebenden Blick des Gottes Jesu immer mehr unser eigentliches Menschsein verwirklichen können.
MJ Hommel |
